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Donnerstag, 13. März 2014

Tomaten ziehen. Oder "Hätte ich das doch nur vorher gewusst…!"

Was passiert mit der Gärtnerherz, wenn es schon im Februar wärmer wird, die Sonne vom Himmel strahlt und es überall nach Frühling riecht? Genau, es hüpft vor Freude!
Und was tut man, wenn es einen genau dann - Mitte Februar - schon in den Finger juckt und man (Gemüse-)Gärtnern möchte, die Gärtnereien aber noch nicht viel hergeben bzgl. vorgezogener kleiner Gemüsepflänzchen?
Man macht es einfach selbst!

Gedacht, getan...dieses Jahr werden die Tomaten also nicht als fertige Pflanzen gekauft, sondern selbst großgezogen.
Und da steht man also auch schon vor der ersten Hürde – es gibt einfach so viel Auswahl (nicht dass das bei fertigen Pflanzen anders wäre)! Aber alles auf einmal geht ja nicht. Ich persönlich liebe grüne Tomaten und mag richtig große gute Fleischtomaten...die Wahl fiel also auf Green Zebra und Cor di bue (Ochsenherz).


Kleine Töpfchen und Anzuchterde sind sowieso schon da, also los geht’s! Der Anfang ist ja nicht so schwer, Samen auf die Erde, etwas Erde drüber, ganz leicht festdrücken, wässern (am besten mit einer Sprühflasche, damit kann man gut verhindern, dass durch einen Wasserstrahl alles durcheinander gespült wird) und – warten.......


Irgendwann trauen sich dann ein paar zarte grüne Blättchen aus der Erde, die Pflänzchen wachsen, bekommen ein zweites Paar Blätter, das Herzal hüpft gleich noch viel mehr... aber irgendwann sind die kleinen Pflanzen dann doch schon ziemlich groß, um sich Töpfe zu teilen, viel schöner wäre es doch, wenn jede ihren eigenen Topf hätte.
Also: Pikieren. Ganz einfach, nur die einzelnen Pflanzen aus der Erde nehmen und in neue Töpfe setzen, fertig.

Aber warum lassen die in ihren schönen neuen Töpfen plötzlich alle die Köpfe hängen und verwelken?!

Das war der Zeitpunkt, zu dem ich in dem ganzen Tomaten-Zieh-Prozess zum ersten Mal das Internet konsultiert habe. Und siehe da, die weise Erkenntnis war: ich hätte es früher machen sollen!
Denn was ich so an Infos über richtiges Ziehen und Pikieren von Tomatenpflanzen zusammengetragen habe, hat mir erst gezeigt, dass ich so ziemlich jeden göberen Fehler gemacht habe, den man machen kann. Und da die Zeit, um mit dem Vorziehen von Pflanzen zu beginnen, ja noch nicht vorbei ist, habe ich diese Fehler hier zusammengetragen...ich hoffe, dass sie für den/die ein oder andere/n nützlich sein werden :o)
Alternativ kann ich euch Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch* empfehlen. Ich hätte es selbst zuhause gehabt, ernsthaft reingeschaut habe ich aber leider auch erst, als das Kind schon längst im Brunnen lag.

Fehler Nr. 1: Pflanzen nach dem Keimen nicht kühl stellen.
Viel hilft nicht immer viel. Sobald die Keimlinge aus der Erde schauen, sollte man die Pflanzgefäße an einen kühleren (aber trotzdem hellen) Ort umstellen. Dadurch wird verhindert, dass die Pflanzen zu sehr in die Höhe wachsen (sie vergeilen) und später nicht stabil genug sind.

Fehler Nr. 2: Pflanzen vor dem Pikieren nicht ausreichend wässern.
Dieser Fehler hat bei mir dazu geführt, dass die frisch pikierten Pflanzen direkt ihre Köpfe hängen ließen und zu welken begannen... um diese Welke zu vermeiden, sollte man nämlich die Pflanzen ca. 2-3 Stunden vor den Pikieren nochmals kräftig wässern.

Fehler Nr. 3: Pflanzen nicht tief genug setzen.
Fehler Nr. 1 (d.h. vergeilte Pflanzen) lassen sich noch retten, wenn man sie beim Pikieren so tief wie möglich in die neue Erde setzt. D.h. die Keimblätter sollten dann nur ganz knapp aus der Erde herausschauen. Das hilft, dass die Pflanzen später genug Halt im Boden haben.

Meine Pflanzen sehen inzwischen zwar wieder ganz glücklich aus, aber man sieht deutlich, dass sie sehr lang sind und die Keimblätter er weit oberhalb der Erde ansetzen (Fehler Nr. 1 & 3 in ihrer Perfektion).


Ich hoffe, dass ich das beim Auspflanzen noch immer etwas korrigieren kann, ohne dass sie es mir zu krumm nehmen. Und dass ich dann von meinen selbstgezogenen Pflanzen wieder so fleißig ernten kann wie von den beim Gärtner gekauften in den letzten Jahren.


* = Amazon Affiliate-Link

Dienstag, 18. Februar 2014

Wo soll das nur hinführen?!

Ich bin mir ja fast sicher, dass jede/r Blogger/in sind diese Frage schonmal gestellt hat...wo soll mein Geblogge hinführen, welchen Zweck verfolge ich und... INTERESSIERT das hier überhaupt irgendeinen außer mich selbst?! 
Ich jedenfalls habe mich das nach ein paar Monaten (mehr oder weniger) regelmäßigen Bloggens gefragt, was auch einer der Gründe dafür ist, weshalb es so lange nichts mehr von mir zu lesen gab.

Ich – und das gebe ich ganz offen zu – bin nicht eine von denen, die ausschließlich für sich selbst bloggen möchten. Meine Rezepte und Fotos kann ich für mich selbst auch anders organisieren und archivieren, dazu braucht es keinen Blog. Ich blogge, weil ich möchte, dass andere Leute mein Geschreibsel lesen und daran Freude haben. Dass diese Leute sich vielleicht auch die ein oder andere Inspiration holen und etwas von ihrem Besuch auf meinem Blog mitnehmen können.

Aber braucht die Welt wirklich den tausendsten deutschen Foodblog? Und das ist angesichts der Fülle an Foodblogs, die geradezu wie Schwammerl aus dem Boden schießen, ja noch untertrieben. Macht es Sinn, das gleiche Rezept in der tausendsten Variante zu veröffentlichen?

Ich für mich habe beschlossen – Nein.

Ich bin der Meinung, dass die Welt nicht noch einen (meinen) dieser zwar jeweils individuell gestalteten, aber am Ende doch immer irgendwie ähnlichen Foodblogs braucht. Ich glaube schlichtweg, dass andere Leute das reine Foodblogging besser drauf haben als ich. Ich möchte etwas anderes machen. Ich interessiere mich für Essen, für die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln, ich sammle gerne Beeren und Pilze und ich pflanze auch gerne selbst ein bisschen Obst und Gemüse auf meinem Balkon an. Ein Foodblog ist also irgendwie doch auch naheliegend.


Ein bisschen Recherche hat ziemlich schnell ergeben, dass es zwar zig Foodblogs im deutschsprachigen Raum gibt, genauso wie es einige Blogs gibt, die sich mit Urban Gardening oder Balcony Gardening beschäftigen. Blogs, die beides miteinander verbinden, gibt es aber kaum. Eine “Marktlücke” also ;o)
Und nachdem ich ja sowieso gerade am letzten Wochenende für mich persönlich die diesjährige Balkongarten-Saison für eröffnet erklärt habe, dürft ihr euch also ab jetzt über Beiträge freuen, die Tipps geben, wie man seinen Balkon in einen Blumen- und/oder Gemüsegarten verwandeln UND daraus dann auch noch leckere Dinge zaubern kann. Komplett werde ich das Foodblogging also nicht aufgeben. 

Ich hoffe, der/die ein oder andere freut sich darauf genauso wie ich?! :o)